Revision der landwirtschaftlichen Grundbildung:
Bio-Fachrichtungen sind nötig

Guten Tag miteinander

In der aktuell stattfindenden Bildungsrevision der landwirtschaftlichen Berufe geht es unter anderem darum, Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit sowie Vermeidung von Food waste im Bildungsplan zu verankern. Auch soll die Bio-Landwirtschaft nebst der Integration in den ersten beiden Ausbildungsjahren mit eigenen Bio-Fachrichtungen im 3. und künftig allenfalls 4. Lehrjahr (sollte dieses umgesetzt werden) berücksichtigt werden. Hierzu wurden von der zuständigen Organisation der Arbeitswelt Agrialiform (OdA) im Mai und Juni 2022 eigene Bio-Workshops zum Festlegen der Bildungsziele eingeplant. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass in der Bildungsrevision eher eine vollständige Integration der Bio-Landwirtschaft in den konventionellen Bildungsgang beabsichtigt ist und die Bio-Fachrichtungen nicht umgesetzt werden sollen.

Die Rundschau des Schweizer Fernsehens hatte bereits 2019 in einem Beitrag beleuchtet, dass in der landwirtschaftlichen Grundausbildung ökologische Themen noch weitgehend fehlen und in einer Teilrevision des Berufsfeldes Landwirtschaft trotz Begehren des Bundesamts für Umwelt BAFU nicht berücksichtigt wurden. Seitens OdA Agrialiform wurde im Interview mit der Rundschau darauf hingewiesen, dass man offen sei für solche Rückmeldungen, damit man in der Bildungsrevision, welche ab 2024 in Kraft gesetzt werden soll, gemeinsam in die richtige Richtung gehen könne.

Sowohl die Anzahl biologisch bewirtschafteter Betriebe als auch die Ackerflächen sind in den vergangenen Jahren in der Schweiz gestiegen. Gemäss dem Marktbericht Bio des Bundesamts für Landwirtschaft von 2019 erhöhte sich die biologisch bewirtschaftete offene Ackerfläche zwischen 2014 und 2018 von rund 13'000 auf knapp 21'000 Hektaren, was einem Plus von 61 % entspricht. Laut dem Bericht von 2021 beträgt der Marktanteil von Bio-Lebensmitteln rund 11 %. Diese Tatsachen sollen auch in der Ausbildung berücksichtigt werden. Zudem muss die Ausbildung prospektiv gestaltet sein, damit sie die zu erwartende Entwicklung und die Nachfrage nach Bio-Bildung abdecken kann.

Aus dem Interview der Bauernzeitung vom 25. März 2022 mit der OdA-Verantwortlichen zur Bildungsrevision geht hervor, dass die Frage nach Bio-Fachrichtungen «offen sei» und dass 2019 von den Mitgliedern der OdA niemand eine separate Bio-Ausbildung gewollt habe. Allerdings gilt es zu beachten, dass «Bio» in der OdA einzig von Bio Suisse als eines von 10 Mitgliedern vertreten ist und seither drei Jahre und eine Pandemie vergangen sind.

Jetzt ist es an der Zeit, dass die Bedürfnisse der Bio-Landwirtschaft und die Nachfrage nach deren Produkten ernst genommen und deshalb in der landwirtschaftlichen Grundbildung im 3. und künftig allenfalls 4. Lehrjahr eigene Bio-Fachrichtungen umgesetzt werden.

Um dieses Anliegen zu betonen, hat die Schweizer Bergheimat eine Stellungnahme verfasst, welche wir Ihnen in der Beilage gerne zustellen. Wir laden Sie ein, dieses Dokument als Muster-Stellungnahme zu verwenden und bitten Sie, zugunsten der Bio-Landwirtschaft in der Grundbildung ebenfalls eine Stellungnahme Ihrer Organisation an die OdA Agrialiform zu richten und mindestens zwei Bio-Fachrichtungen im 3. und allenfalls 4. Ausbildungsjahr zu fordern. Vielen Dank.

Bergheimatliche Grüsse

Pia Ramseier Soulémane
Geschäftsführerin Schweizer Bergheimat
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